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Geschichte in Kurzform

Den meisten Menschen ist Korsika bekannt im Zusammenhang mit Kaiser Napoleon und mit Meldungen über Bombenanschläge durch Seperatisten.Wenn man aber mal ein wenig die Geschichte Korsikas durchleuchtet erkennt man, daß es da noch weit aus mehr gibt als Napoleon und Terrorismus. Vorallem versteht man dann vielleicht ein wenig warum es Korsen gibt die auch heute noch versuchen ihre Unabhängigkeit zu erkämpfen. Leider auch mit Gewalt.

Jetzt aber zu der bewegten und spannenden Geschichte dieser wunderbaren Insel:

Frühzeit:

über den Ursprung des Inselvolkes ist nichts bekannt, die frühesten Funde reichen etwa bis 1000 v.Chr. zurück

Die Phokäer:

ab 564 v.Chr. Errichtung eines ersten Handelskontors in Alalia, gegen den Widerstand der Einheimischen. Die Korsen zahlten Tribut in Form von Holz für den Schiffbau und als Sklaven die im Wein und Ackerbau eingesetzt wurden. Das eigentliche Hirtenvolk der CORSI erlernte so den Weinanbau und die Verwertung von Oliven zu Öl.

Die Römer:

ab 259 v.Chr. nach dem die Phokäer Invasionversuche der Etrusker und Katharger abwehren mußten waren sie so geschwächt, daß die Römer leichtes Spiel hatten. Sie machten Alalia dem Erdboden gleich und gründeten an der gleichen Stelle die Stadt Aleria. Nach schweren Kämpfen unterwarfen sie die gesamte Insel. Ihre Herrschaft dauerte fast 900 Jahre, und legten damit den Grundstein der heutigen Gesellschaftsstruktur.

Vandalen und Goten:

im 5. und 6. Jahrhundert lösten sie sich als Beherrscher der Insel ab. Sie verhielten sich so wie ihr Name es verspricht. Papst Gregor läßt daraufhin neue Klöster und Kirchen auf der Insel bauen. 774 macht der König der Franken und Lombarden ( Karl der Große ) Korsika dem Vatikan zum Geschenk.

Mauren und Sarazenen:

Schon seit Anfang des Jahres 700 fallen die Mauren und Sarazenen über Korsika her, plündern, rauben und brandschatzen auf der gesamten Insel, und verschleppen Korsen in die Sklaverei. Im Jahre 806 schickt Karl der Große, Truppen aus Pisa Zuhilfe. doch bis die Eindringlinge vertrieben sind hat nur jeder 10. Korse überlebt. Doch die Nordafrikaner kehren zurück und können erst 1016 endgültig von Pisanern und Genuesen vertrieben werden.

Die Pisaner:

im Jahre 1077 überträgt der Papst die Verwaltung der Insel dem Stadtstaat Pisa. Sie christianisieren Korsika erneut und erbauen neue Kirchen. Gleichzeitig spielen sie sich aber als Feudalherren auf und zwingen die Korsen dazu Kirchensteuer zu zahlen und landwirtschaftliche Produkte zu Ausbeuterpreisen abzuliefern.

Die Genuesen:

1284 schlägt die Stadtrepublik Genua, die bereits Zitadellen in Calvi und Bonifatio besitzen, den Rivalen Pisa in einer Seeschlacht vor Livorno.Korsika wird aber vom Papst unter den Schutz des Königs von Aragon gestellt.Dieser ist allerdings zu der Zeit mit anderen Dingen beschäftigt. Dadurch nutzt Genua die Möglichkeit, die Korsen gegen die römischen und pisanischen Konkurrenten aufzuwiegeln. Die Revolte hat aber nur teilweise Erfolg, im Norden der Insel werden neue Strukturen und Besitzverhältnisse geschaffen. Dort wird ein Komunalwesen geschaffen das Land an Bauern und Hirten verpachtet. Alle Fragen die das Volk angehen werden durch Wahlen entschieden. Im Süden hingegen bleibt die Macht bei den Seigneurs, die sowohl aus den Reihen der Besatzer stammen als auch aus korsischen Familien bestehen. Gegen 1370 vereinigen sich aber Dorfgemeinden im Norden die durch "Caporali" vertreten werden. Diese erklären sich auch zu Seigneurs, und beuten das Volk erneut aus. Sie sind Genua ergeben, so das es seine Macht durch den Bau weiterer Zitadellen und Wehranlagen festigen kann. Doch in 600 Jahren Herrschaft schafft es Genua nie die Insel ganz unter Kontrolle zu bringen. Für kurze Zeit gelingt es dem Korsischen Patrioten Sampiero Corso einige Teile der Insel zurück zu erobern. Er wird aber von Genua in eine Falle gelockt und enthauptet. Genua schickt 1729 österreichische Söldner nach Korsika um die Revolte zu beenden.

Die Unabhängigkeit:

1753 proklamiert eine korsische Versammlung die Insel zum souveränen Königreich, mit der Heiligen Jungfrau als Regentin. Bereits ein Jahr später machen die Korsen den westfälischen Baron Theodor von Neuhoff, der ihnen großzügige Unterstützung durch Waffen und Aufbauhilfen verspricht, zu ihrem König. Seine Versuche scheitern allerdings. Nach nur einem Jahr Regierungszeit setzt sich Thodor 1. nach England ab. 1755 wird der Korse Pasquale Paoli zum General der Nation gewählt. Er arbeitet eine frühdemokratische Verfassung aus, die mit Ausnahme der Genuatreuen Zitadellenstädte bald auf der ganzen Insel gilt. Genua bittet Frankreich um Hilfe gegen Paoli. Bei einer vernichtenden Schlacht werden Paolis Truppen von Frankreich besiegt. Da Genua aber nicht für die Hilfe zahlen kann fällt die Insel an Frankreich.

Unter Frankreichs Herrschaft:

Nachdem Paoli 1769 geschlagen wurde, wird er zunächst als eine Art Leitfigur der Französischen Revolution gefeiert. Der ist aber angesichts der Gewaltexzesse wenig begeistert, und erbittet von England die Schirmherrschaft über ein Vietze Königreich Korsika. Nachdem 1799 drei Armeen Napoleons erneute Rebellionen niederschlagen, bleibt Korsika endgültig französisch. Doch auch Frankreich fordert Tribut, so fallen im 1. Weltkrieg 30000 Korsen für Frankreich. Was das bei einer Einwohnerzahl von 250000 bedeutet kann sich wohl jeder vorstellen. Da auch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage durch Billigkonkurenz aus Nordafrika zunahm suchten viele Korsen ihr Glück auf dem Festland. 1942 wird die Insel vom faschistischen Italien besetzt. Ein Jahr später von den Deutschen. Einheiten des "Freien Frankreich" befreien die Insel und machen Korsika so zum 1. befreiten Departements Frankreichs im 2. Weltkrieg. Nach den Algerienunruhen werden Algerien-Franzosen in Korsikas Ostebene angesiedelt. Bei einem Aufbegehren gegen die bevorzugte Behandlung der Einwanderer gegen über den Korsen kommt es 1975 zu einem Schußwechsel zwischen Korsen und der Gendarmerie. dabei werden zwei Polizisten getötet. Daraus organisiert sich die "Nationale Befreiungsfront" FLNC. Sie kämpfen mit Bombenanschlägen und Attentaten gegen den französischen Staat für mehr Freiheit und Selbstbestimmungsrecht. Mittlerweile überwiegt aber die Ansicht lieber politische Lösungen zu finden, als mit Gewalt zu erzwingen.

 

(Quelle:Korsika entdecken & erleben von A.Schauseil)

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