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Sehenswertes auf Korsika

 

Korsika ist viel zu schön als das man dort nur um am Strand zu liegen oder allein des Tauchens wegen hinfahren sollte. Deshalb möchte ich Euch ein paar Tips geben was man sich außer der einzigartigen Unterwasserwelt Korsikas noch ansehen kann oder welche Aktivitäten empfehlenswert sind.

Städte

Immer einen Ausflug wehrt sind Korsikas Städte, allen voran natürlich die Größeren. Denn hier kann man nicht nur hervorragend einkaufen, sondern auch auf den Spuren der korsischen Geschichte wandeln.

Ajaccio

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Anfangen möchte ich gleich mit der Regionalhauptstadt Ajaccio. Ajaccio liegt am gleichnamigen Golf, der sich weitausladend zum Meer hin öffnet. Das geschäftige Treiben auf Ajaccios Straßen täuscht etwas über die gelassene Art seiner Einwohner hinweg, die es nicht besonders eilig zuhaben scheinen (wenn sie nicht gerade Autofahren). Lieber genießen sie den Nachmittag bei einem Pasties und dem Gespräch mit Bekannten in einem der zahlreichen Straßencafes. In den schmalen Straßen der Altstadt findet man viele kleine Boutiquen in denen sich besonders die weibliche Jugend Ajaccios beim Shoppen vergnügt. Aber das ist bei weitem nicht alles was die Geburtsstadt Napoleons zu bieten hat. Die Zitadelle am Hafen von Ajaccio, die von den Franzosen während ihrer ersten Intervention auf Korsika ungefähr 1553 erbaut wurde. Wird auch heute noch militärisch genutzt und kann daher nicht besichtigt werden. Neben ihr befindet sich der alte Hafen der Stadt, in dem einige Fischerboote festgemacht haben. Als moderner Kontrast dazu liegt nur wenige Meter entfernt der Glasbau des Gare Maretim, an dem die Fähren der SNCM festmachen. Zwischen Zitadelle und Gare Maretim befindet sich der Place Maréchal Foch, an dem sich das Rathaus (Hôtel de Ville) von Ajaccio befindet. Am oberen Ende des mit Palmen umsäumten Platzes steht eine Napoleon Statur die ihn als römischen Konsul darstellt. In der Verlängerung des Platzes erreicht man den Cours Grandval an dessen Ende auf einem Hügel wiederum ein Napoleon Denkmal steht, das ihn diesmal in bekannter Haltung und Kleidung darstellt. Neben dem Denkmal befinden sich ein paar Felsen an den Napoleon angeblich als Kind gespielt haben soll. Von hier aus hat man einen phantastischen Blick über die Stadt und den Golf. Ihr merkt schon, Ajaccio wird von seinem berühmtesten Sohn beherrscht. Wer also auf den Spuren der Familie Bonaparte wandeln will ist dort genau richtig. Ein Napoleon Museum beherbergt sein Geburtshaus, die Maison Bonaparte. Auf jeden Fall sollte man einmal einen Blick in die alte Bibliothek der Stadt werfen.

Fährt man weiter an der Küste des Golfs entlang, vorbei an schönen Badestränden, Villen und dem Friedhof von Ajaccio, der selbst eine kleine Stadt aus weißen Familiengräbern zu seien scheint. Gelangt man zu den Iles Sanguinares, den blutroten Inseln. Wenn man einmal bei Sonnenuntergang hier war, und gesehen hat wie die Felsen sich in der Abendsonne rotfärben, kann man verstehen, woher sie ihren Namen haben. Auf dem Hügel am Ende der Straße erhebt sich ein alter Wachturm der sehr gut erhalten ist. Die Genuesen verfügten einst über 68 dieser Türme rund um die gesamte Insel. Dadurch besaßen sie ein hervorragendes Frühwarnsystem, das Nachrichten in Windeseile über Korsika verbreiten konnte. Von dem Wachturm aus kann man auch eine kleine Wanderung zum Strand der Capigliolobucht unternehmen.Der Weg führt hinter dem Turm immer an den Felsen oberhalb des Wassers entlang.

 

Corte

Corte, oder Corti wie die Korsen sagen, ist Korsikas heimliche Hauptstadt. Sie liegt im Landesinneren. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Festung, die wie ein Adlernest auf einem Felsen oberhalb Cortes gelegen ist. Kaum ein anderer Ort Korsikas birgt soviel Geschichte auf engstem Raum wie diese Stadt. Denn hier tobten blutige Schlachten zwischen Korsen und Besatzern, wovon noch heute Einschußlöcher im Haus des Freiheitskämpfers Sampiro Corso zeugen. Hier rief Pasquale Paoli die Unabhängigkeit Korsikas aus. Er gab der Insel eine frühdemokratische Verfassung, von der sogar die Amerikaner einige Teile übernommen haben sollen. In Corte findet man auch viele kleine Kunsthandwerksbertiebe, wie Töpfereien usw. Die Stadt ist auch Ausgangspunkt vieler Trekkingtouristen, die entweder dort ihre Wanderungen durch Korsikas Bergwelt beginnen, beenden oder einen Zwischenstop auf dem Höhenwanderweg GR 20 einlegen, der einmal diagonal über die Insel führt.

Von Calvi, Bastia und Ajaccio aus läßt sich Corte wunderbar mit einer Fahrt in der Inseleisenbahn (dem feurigen Elias) verbinden. Die Fahrt in der kleinen Schmalspurbahn führt über tiefe Schluchten und hohe Brücken, durch Korsikas wilde Berge. Gelegentlich hält der Zug auf offener Strecke weil eine Kuh oder eine Ziege auf den Gleisen steht. Die Züge fahren in der Woche 4 mal täglich. Genaue Zeiten und Preise erfragt man am besten an den jeweiligen Bahnhöfen. Die Fahrt ist unbedingt empfehlenswert. Spaß und Erlebnisfaktor 10.

 

Sartène

Wenn man sich Sartène im Auto nähert ist man erst einmal geschockt. Die grauen Häuser scheinen förmlich aneinander zu kleben, und sich zu einem einzigen Festungsartigen Steinberg verschmolzen zu haben. Aber dieser Eindruck täuscht. Denn erreicht man das Innere der Stadt, ist der erste Eindruck wie weggeblasen. Der Marktplatz der Oberstadt präsentiert sich mit Palmen und Platanen typisch Mediterran. Von drei Seiten ist der Platz von Häusern umgeben, zum Tal hin ist er aber offen und gewährt eine wunderschöne Aussicht. Direkt am Platz steht die Kirche Eglise Sainte-Marie, in ihrem Inneren befinden sich ein großes Holzkreuz und eine eiserne Kette. Diese beiden Gegenstände sind Teil eines Spektakels das alljährlich am Karfreitag stattfindet. Die sogenannte Catenacciu. Catenacciu bedeutet der Gekettete und deutet auf die 14 kg schwere Kette hin die der Büßer am Fuß hintersich herziehen muß. Außerdem trägt er noch das Kreuz auf seinen Schultern das auch nochmal 34 kg wiegt. Da der Büßer komplett in einen roten Umhang gehüllt ist und eine Kapuze trägt die sein Gesicht verbirgt, weiß nur der Pfarrer wer der Büßer ist. Es soll aber eine recht lange Warteliste existieren, aus der der Pfarrer jedes Jahr einen neuen Büßer bestimmen kann.

Probieren solltet Ihr übrigens unbedingt mal die Weine aus dem Sartenais. Echt lecker!

 

Bonifatio

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Bonifatio ist nicht nur die südlichste Stadt Frankreichs und Korsikas, sondern wahrscheinlich auch die Beeindruckendste. Die Häuser der Altstadt die 60m über dem Meer am Rand der weißen Klippen hängen vergißt man so schnell nicht mehr. Schon wenn man nach Bonifatio hinein fährt ist man vom Anblick der gewaltigen Festungsanlage die über dem Naturhafen thront, fasziniert. Die riesige Zitadelle erinnert mit ihren zahlreichen Schießscharten und steilen Wehrgängen an alte Piraten Filme. Hat man den Weg ins Innere der Zitadelle erklommen, findet man in den engen Gassen eine große Anzahl von Souveniershops und Restaurants. Spätestens dort merkt man das die Stadt nur vom Tourismus lebt. Kuckt man über den Rand der Festungsmauern erblickt man ca. 60m unter sich das herrliche türkisgrüne Wasser. Das man über die Treppe des Königs von Aragon erreicht, die dessen Soldaten wehrend sie die Stadt belagerten, angeblich innerhalb einer Nacht in den Fels geschlagen haben sollen. In Wirklichkeit aber existierte die 128 Stufen lange Treppe bereits vor der Belagerung. Läuft man weiter in Richtung Hafenmündung, gelangt man zum Friedhof von Bonifatio einer wahren Stadt der Toten. Wenn man ihn überquert hat gelangt man an ein Mahnmal das aus zwei Kanonen und einer Gedenktafel besteht. Es erinnert an den Untergang eines Segelschiffes vor der Küste. Von hier aus kann man die Nachbarinsel Sardinien sehr gut sehen. Sie ist nur 12 km entfernt. Kurz bevor man die Festung durch das "Tor der Genuesen" wieder verläßt kommt man an einem kleinen GartenBonifatioHafenFestung2 vorbei, dem "Jardin de Vestiges" der in Zeiten der Belagerung die Stadt versorgte. Ist man wieder in der Unterstadt mit dem Hafen und den vielen Restaurants, sollte man mit einem der zahlreichen Ausflugsboote eine Fahrt entlang der Steilküste machen. Denn nur so läßt sich die wahre Höhe erahnen in der die Häuser über dem Meer hängen. Übrigens gibt es Berechnungen die besagen, daß eines der Häuser innerhalb der nächsten 150 Jahre ins Meer stürzen wird.

 

Auf den Spuren der korsischen Frühzeit

Filitosa

Wer in der korsischen Geschichte ganz weit zurückblicken möchte, der kommt um einen Besuch von Filitosa nicht vorbei. Filitosa ist die Fundstätte der ersten nachzuweisenden Kulturen auf Korsika. Zusehen sind einige Steinfiguren die wahrscheinlich bewaffnete Krieger darstellen. Datiert wurden die frühesten Funde auf das 6. Jahrtausend vor Chr. Die jüngsten Funde stammen ca. von Tausend v.Chr.

 

Aleria

Die Ausgrabungsstätte von Aleria ist um einiges jünger als die von Filitosa. Hier wurden die Grundmauern der einstigen Hauptstadt Korsikas freigelegt. Aleria wurde im Jahre 259 v. Chr. von den Römern auf den Überresten der von ihnen zerstörten phokäeischen Handelsstadt Alalia erbaut. Neben der eigentlichen Ausgrabungsstätte befindet sich ein Museum das zahlreiche Fundstücke beherbergt. Nach den Überresten der ersten Stadt wird noch immer gesucht.

 

Korsika Aktiv

Fahrradfahren

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Wer auf Korsika Urlaub macht und über genügend Platz verfügt sollte sein Fahrrad mitnehmen. Am besten geeignet sind Mountainbikes. Denn wer die Insel im wahrsten Sinne des Wortes "Erfährt" bekommt Eindrücke von Land und Leuten wie sie beim bloßen Vorbeifahren mit dem Auto nicht möglich sind. Aber Vorsicht! Die Steigungen auf Korsika sollten nicht unterschätzt werden. Eine solide Kondition ist Voraussetzung um die Touren auch genießen zu können.

 

Wandern

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Korsika ist ein echtes Paradies für Leute die Spaß am Wandern haben. Um eine ausgedehnte Tagestour zu unternehmen gibt es zig Möglichkeiten. Ein paar davon möchte ich Euch gerne vorschlagen. Diese Wanderungen gehören mit zu den schönsten Erlebnissen die ich auf Korsika hatte.

Aber Achtung! Es handelt sich hier um "Wanderungen" und nicht um Spaziergänge, und sind deshalb nur mit festem Schuhwerk zu empfehlen.

 

 

 

Tip 1: Spelunka Schlucht

Von dem kleinen Ort Evisa aus geht die Wanderung los. Der Einstieg in die Schlucht ist am Friedhof von Evisa. Von hier immer dem Pfad nach, der sich teilweise durch den Fels geschnitten zu haben scheint und immer bergab führt. Phantastische Ausblicke hinunter in die Schlucht sind garantiert. Der Weg verband früher einmal Evisa mit Porto. Seit es die Straße gibt ist er allerdings den Touristen vorbehalten. Zwischen durch findet man herrliche Badegumpen in denen man das kalte, klare Bergwasser genießen kann. Am Ende der Schlucht gelangt man an eine alte Genuesische Bogenbrücke, bevor man wieder auf die Straße trifft. So nun kann man entweder wieder zufuß hinauf nach Evisa (den gleichen Weg zurück). Oder man trampt zurück. Eventuell kann man sich auch vorher mit Freunden verabreden die lieber Auto fahren als zu wandern, und die einen dann am Ende der Schlucht aufsammeln.

Tip 2: Monte Renoso

TommyMtDer Monte Renoso gehört zu Korsikas Zweitausendern. Er ist allerdings relativ leicht zu besteigen, da man mit dem Auto sehr hoch fahren kann. Die Tour beginnt in dem "Skizentrum" Ghisoni 2000. Vorbei an den Liftanlagen die im Sommer recht trostlos wirken geht es den Berg hinauf. Am obersten Liftmast müßt Ihr in Richtung Osten über einen kleinen Bergrücken laufen. Der Pfad führt weiter vorbei an Wacholderbüschen und einzelnen Felsen. Der gesamte Weg ist mit Steinmännchen gekennzeichnet. Nachdem man ein Hochtal überquert hat gelangt man zu dem malerisch gelegenen Lac de Bastani. Von dort geht es nun immer der Nase nach Richtung Gipfel. Hat man ihn erreicht wird man für die Mühe mit einem phantastischen Weitblick über die gesamte Insel belohnt. Man sollte nur früh genug aufbrechen da meistens schon am späten Vormittag Wolken aufziehen und den Gipfel einhüllen können. Dann müßte man auf die super Aussicht verzichten. Und das wäre wirklich schade.

Natürlich gibt es noch viele andere lohnenswerte Ziele auf Korsika. Wie die Calanche oder die Scala de St.Regina. Städte wie Calvi oder alte Bergdörfer wie Speloncato. Nicht zu vergessen natürlich das wunderbare und wilde Cap Corse. Aber um alles zu beschreiben fehlt mir hier leider der Platz.

Fotos:©by t.hei

info@korsika-diveguide.de